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CONSCIOUS CAMPUS · BLOG

Präsenz in der Begleitung: weniger wissen, mehr zuhören

Solange ich weiß, wie du sein solltest, begegne ich nicht wirklich dir. Ich begegne meiner Vorstellung von dir.

Das passiert schnell. Jemand erzählt etwas und in uns entsteht schon die Antwort. Wir wissen, was helfen könnte. Wir erkennen etwas wieder. Und während der andere noch spricht, beschäftigen wir uns mit dem, was wir verstanden haben.

Weniger Vorstellungen durchdrücken

In uns Menschen leben so viele unterschiedliche Bewegungen. Manchmal ist es fast schon paradox anzunehmen, wir wüssten, wo es hingeht.

Was wir mehr und mehr in uns kultivieren können, ist die Kapazität, das Leben zu empfangen, die innere Stimmigkeit zu spüren und daraus antworten zu können.

Für mich gehört das auch zum Zuhören. Weniger unsere Vorstellungen durchdrücken, mehr lauschen. Das ist ganz schön verletzlich. Wir geben etwas von der Sicherheit auf, schon zu wissen, was gerade gebraucht wird.

Mitbekommen, was in mir spricht

Wir alle haben eine Stimme in unserem Kopf, die unser Leben mitbestimmt. Sie beurteilt uns, andere und die Welt. Wenn wir uns aus dieser Stimme heraus auf andere beziehen, sind wir mit unseren Konzepten beschäftigt.

In der Begleitung brauchen wir deshalb auch die Fähigkeit, uns selbst zuzuhören. Zu bemerken, wann wir urteilen. Wann wir einen Menschen in eine Richtung bewegen möchten, weil sie uns stimmig erscheint.

Gewahrsein kann auch den Teil einschließen, der urteilt. Wir müssen ihm nicht folgen, um ihn einschließen zu können.

Sich wieder berühren lassen

Je weniger wir mit dieser Stimme identifiziert sind, desto mehr Kapazität entsteht, tatsächlich wahrzunehmen, was gerade in uns lebt. Und was zwischen uns geschieht.

Präsenz zeigt sich darin, dass ich mich vom gegenwärtigen Moment wieder berühren lassen kann, anstatt ihn fortlaufend durch meine Vergangenheit zu filtern.

Zuhören wird dann zu einer Begegnung, in der auch ich noch etwas erfahren kann. Über dich. Über die Vorstellungen, die ich mitgebracht habe. Und darüber, was möglich wird, wenn ich wieder genauer hinhöre.

Präsenz in der Begleitung vertiefen

Wenn dich diese Art von Begegnung beschäftigt und du Menschen begleiten möchtest, kannst du sie in unserer Ausbildung in integrativer Begleitung vertiefen. Die eigene Erfahrung und das gemeinsame Üben gehören dabei zusammen.

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