In über zehn Jahren Gruppen- und Einzelbegleitung haben wir an mehreren tausend Menschen erlebt, was integrative Begleitung möglich macht. Aus dieser Erfahrung ist eine Überzeugung gewachsen: Ein umfassendes Bewusstsein von uns selbst hat eine tiefgreifende Wirkung - auf unser Leben und auf die Welt.
In unserer Arbeit greifen Körper, Bewusstsein und Prozess ineinander - getragen von Erfahrung, methodischer Klarheit und echter menschlichen Begegnung. So entsteht ein Rahmen, der zusammenhält, was in anderen Ansätzen einzeln steht oder sich ausschließt. Wir bilden Menschen aus, andere darin zu begleiten, wieder in Kontakt zu kommen: Spürend das wahrzunehmen, was in ihnen leben will.
Das ist es, was wir integrative Begleitung nennen: eine ganzheitliche Sicht auf den Menschen, die der inhärenten Intelligenz von Körper und Bewusstsein vertraut - und Menschen darin unterstützt, sich in ihren Entwicklungsprozessen zu entfalten.
Prägende und überfordernde Erfahrungen hinterlassen ihre Spuren nicht primär als Gedanken. Sie hinterlassen sie als körperliche Zustände – als Anspannung, Enge, Taubheit, als Reaktionsmuster, die sich wiederholen, oft jahrzehntelang, unabhängig davon, wie viel der Mensch über sich selbst bereits verstanden hat. Neurowissenschaft und somatische Psychologie zeigen heute klar, was viele aus eigener Erfahrung kennen: Einsicht allein verändert wenig.
Die Arbeit mit dem Körper ist deshalb kein Zusatz in der Begleitung. Sie ist ein eigenständiger Zugang zu dem, was in Gesprächen nicht erreicht werden kann.
In dieser Säule lernst du, somatische Wahrnehmung als professionelles Werkzeug zu entwickeln. Du lernst, Körpersignale zu lesen und zu differenzieren – bei dir selbst und bei den Menschen, die du begleitest. Du erkennst, wann ein Prozess zunächst Regulation braucht, bevor er in Sprache übersetzt werden kann. Und du verstehst, wie unterschiedliche Zustände des Nervensystems die Fähigkeit zur Selbstreflexion und zur Verbindung formen.
Im Zentrum steht die eigene Verkörperung – die Fähigkeit, sich selbst wirklich zu bewohnen. Wer geerdet und verankert ist, schafft einen Raum, in dem andere sich halten können.
Wir arbeiten mit etablierten Methoden dieses Feldes: Somatic Experiencing nach Peter Levine, dem Neuro-Affektiven Beziehungsmodell (NARM) nach Laurence Heller, Embodiment-Psychologie, Gestaltarbeit und der Polyvagal-Theorie nach Stephen Porges.
Prozessarbeit ist die Fähigkeit, einem inneren Prozess zu folgen – nicht ihn zu führen, zu erklären oder zu lösen, sondern ihn in seiner eigenen Bewegung zu begleiten und zu vertiefen.
Die Annahme dahinter ist einfach: Menschliche Erfahrungen entstehen nicht zufällig. Sie sind Ausdruck eines inneren Geschehens, das nach Bewusstwerdung drängt. Dieses Geschehen zeigt sich nicht nur in Gedanken und Gefühlen – es zeigt sich im Körper, in Sprachbildern, in wiederkehrenden Spannungen. Was zunächst wie ein Problem aussieht, ist aus dieser Sicht oft ein Hinweis auf einen Anteil, der gesehen werden will.
Du lernst, emotionale Muster zu erkennen und zu begleiten – nicht um sie zu beseitigen, sondern um ihre innere Logik zu verstehen. Du arbeitest mit Anteilen, mit Scham, mit Widerstand, mit Schutzstrukturen, die einmal überlebensnotwendig waren und heute der Entfaltung im Weg stehen. Du lernst, wahrzunehmen, welche Signale im gegenwärtigen Moment auftauchen – und ihnen Raum zu geben, statt sie aufzulösen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Schattenarbeit: dem bewussten Umgang mit dem, was abgespalten, verleugnet oder übersehen wurde. Nicht als Konfrontation. Als Einladung zur Integration.
Diese Arbeit lässt sich nicht aus Büchern lernen. Du erfährst die Methoden zunächst selbst, bevor du sie als Begleitende:r anwendest. Das ist kein Umweg. Es ist die einzige Grundlage, auf der echte Begleitung steht.
Jede Form tiefer Begleitung setzt eine bestimmte innere Qualität voraus: die Fähigkeit, präsent zu sein. Offen zu sein, ohne die eigene Mitte aufzugeben. Wahrzunehmen, ohne sofort zu bewerten oder zu reagieren. Diese Qualität lässt sich nicht durch Technik erzeugen. Sie wächst aus verkörperter Praxis.
Diese Säule legt das innere Fundament der Ausbildung. Sie arbeitet mit dem, was A. H. Almaas als die direkte Erfahrung des Seins beschreibt – die unmittelbare Erfahrung des eigenen Wesens jenseits von Rollen und Selbstbildern.
Unser Ansatz unterscheidet sich an einer entscheidenden Stelle: Wir behandeln psychologische Prozessarbeit und direkte Bewusstseinserfahrung nicht als getrennte Felder, sondern als zwei Seiten desselben Weges. Das Erforschen innerer Prozesse öffnet den Zugang zu tieferen Schichten des Bewusstseins. Und ein vertieftes Gewahrsein erlaubt eine feinere psychologische Selbstwahrnehmung. Beides bedingt einander.
Gewahrsein ist deshalb mehr als ein spiritueller Zustand. Es ist die zentrale Fähigkeit jeder begleitenden Person – die Grundlage, auf der Selbstwahrnehmung, Regulation und Prozesswahrnehmung erst möglich werden.
Du lernst, Präsenz zu etablieren. In schwierigen Momenten innere Stabilität zu halten. Eigene Reaktionen zu bemerken, bevor sie das Geschehen färben. Einen Raum zu halten, in dem der andere sich wirklich entfalten kann. Und du lernst, wahrzunehmen, wenn sich im Begleitungskontext etwas zeigt, das über das Persönliche hinausweist – Sinnfragen, Grenzerfahrungen, tiefe Stille.
Das Institut für Integrative Begleitung ist von der Regierung von Oberbayern als Anbieter beruflicher Bildung anerkannt. Diese Anerkennung wurde auf Grundlage einer fachlichen Prüfung erteilt — und eröffnet dir konkrete Möglichkeiten für deine Ausbildung.
Die Ausbildung Integrative Prozessbegleitung ist nach § 4 Nr. 21 UStG von der Umsatzsteuer befreit, wenn sie als berufliche Weiterbildung genutzt wird.
Die Regierung von Oberbayern hat Inhalte und Lehrkräfte fachlich geprüft und als berufliche Bildungsmaßnahme anerkannt.
Als berufliche Weiterbildung ist die Ausbildung steuerlich absetzbar.
Theresa verbindet sozialpädagogische Fundierung mit körper- und tiefenpsychologisch orientierter Trauma- und Transformationsarbeit.
Ihre Stärke liegt darin, aus innerer Ruhe Räume zu halten, in denen Menschen sich in eigener Geschwindigkeit begegnen können. Was sie trägt, ist die Verbindung von fundiertem Wissen und sanfter Klarheit - und der Anspruch, Menschen in ihrem Wirken zu stärken, ohne sie zu verändern.
Lukas verbindet ein Studium in Soziologie und Psychologie mit bewussteinsorientierter Prozessarbeit.
Seine Stärke liegt darin, ganzheitliche Räume zu öffnen, in denen Körper, Bewusstsein und Prozess zusammenfinden können. Was ihn trägt, ist die Überzeugung, dass innere Arbeit eine tiefgreifende Wirkung entfaltet und dass es Menschen braucht, die andere darin substanziell begleiten können.
Sophia ist Integrative Prozessbegleiterin. Ihr Fokus liegt auf der Verbindung von Bewegung, Kreativität und innerer Präsenz — als Wege, die eigene Lebendigkeit und einen authentischen Kontakt zu sich selbst zu finden.
Was sie in ihrer Begleitung trägt: die Überzeugung, dass nachhaltige Veränderung im eigenen Tempo entsteht — und dass echte Verbindung mit sich selbst und anderen von dort wächst.
Aurelia ist Körpertherapeutin und Ausbilderin. Ihr Schwerpunkt liegt in der körpertherapeutischen Begleitung von Prägungen, mit einem Ansatz, der somatische Psychologie, Atem und stille Präsenz verbindet.
Was sie mitbringt: ein tiefes Verständnis dafür, wie sich unverarbeitete Erfahrungen im Körper einschreiben — und wie sie sich von dort lösen können. Ihre eigene langjährige Praxis und Integration bilden die Grundlage ihrer Arbeit.
Kim ist Körpertherapeutin und Somatic Experiencing Practitioner. Sie begleitet Menschen dabei, die Verbindung zum eigenen Körper zu stärken und innere Regulation neu zu erfahren. Ihr Ansatz ist geprägt von Verbundenheit, emotionaler Sicherheit und einem würdevollen, wertfreien Rahmen — mit dem Ziel, Menschen in ein selbstbestimmtes und sicheres Sein zu begleiten.
Sebastian ist Diplom-Pädagoge und Lehrtrainer für Internal Family Systems (IFS) sowie systemische Therapie und Beratung. Er verbindet die Arbeit mit inneren Anteilen mit körpertherapeutischen Methoden — und hat daraus das Konzept des Embodied IFS entwickelt. Im Zentrum seiner Arbeit steht die Frage, wie das innere System sich neu organisieren kann: wie verdrängte Anteile wieder integriert werden, wie das verkörperte Selbst als Ressource zugänglich wird — und wie innere Weisheit nicht nur konzeptuell, sondern spürbar wird.